Mikronährstoffe (Grundsätzliches)

Generell und vor allen anderen gilt: Was wir essen und trinken, hat einen sehr viel größeren Einfluss auf unsere Gesundheit als alle Nahrungsergänzungsmittel. Zumal wir nicht wissen, was wir an Wirkstoffen- und Wirkstoffkombinationen in den echten Früchten und Gemüsen alles übersehen. Orangensaft und Brokkoli sind weit mehr als Vitamin C-Pillen. Brühe aus Bio-Markknochen ist mehr als Acetyl-L-Carnitin. Biolachsfilet ist mehr als Fischöl.

Ernährungswissenschaft ist alles andere als exakt, auch wenn sie so tut. Nehmen Mediziner oder Do-It-Yourself-Gurus dieser Erkenntnisse an, wird's gefährlich. Beispielhaft in Sachen MS: Wahls verordnet strikt hohe A-Dosen, Jelinek strikt das Gegenteil, beide berufen sich auf Studien. Klingt gut, aber Wahls Studien sind keine (oder MS-Hörensagen und Abschreiben älterer Werke), Jelinek hingegen hat (neu) über den Tellerrand geschaut.

Widersprüchlich, ständig mit diametral neuen Erkenntnissen oder Vermutungen, die als Erkenntnisse verkauft werden. Wissen? Ist hier wenig. Vermarktung: alles.

Die Vitaminindustrie funktioniert nach den gleichen Regeln wie die Pharmaindustrie und hat vor allem Absatz- und Gewinnsteigerungen im Blick, nicht das Wohl von Patienten (oder gar das Wohl der massiv umworbenen Gesunden, denn wer keine Mangelerscheinungen hat, braucht per se sowieso keine Extravitamine).

Vorsicht ist aber geboten, denn auch wenn Vitamine und Spurenelemente „rezeptfrei“ sind, heißt das noch lange nicht, dass sie nicht bei falscher Dosierung toxisch oder gesundheitsgefährdend wirken können.

Megadosen = Körper reichert toxische Mengen an. „Die Dosis macht das Gift“ (Paracelsus) resp. „Fährt ein Auto wirklich besser, wenn man „zur Sicherheit“ zusätzlich zu den 60 Litern Benzin im Tank noch jeden Tag 120 Liter übers Dach oder in die Sitze gießt?“ (Pollmer/Fock/Gonder/Haug – Prost Mahlzeit! / Kiwi / S. 40)

Dennoch: Ein paar Erkenntnisse sehen derzeit vergleichsweise sicher aus. Deshalb die nachfolgenden Empfehlungen.

(CHECK: Expert-Net, LSMS.info und Life-SMS – dort finden sich ggf. Korrekturen, die sich durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse ergeben.)