Bericht von P.T.

25.04.2015 - 19:22

Stammdaten

Ort:
Bundesland:
Hessen
Jahrgang:
1964
Geschlecht

Erkrankung

Erstmanifestation:
2009
Jahr der Diagnose:
2012
EDSS (Tiefpunkt):
EDSS (25.04.2015):
Beschreibung des Verlaufs:
2009 Doppelsichtigkeit, von Augenarzt und Optiker mit Prisma in den Brillengläsern behandelt. --- Im Winter 2011/12 bemerkte ich zum ersten Mal beim Northern Walken Ermüdung und Koordinationsstörung im linken Bein. In den folgenden 11 Monaten verschlimmerte es sich. Es kamen noch einige andere Symptome dazu und ich ins Krankenhaus. MRTs, Diagnose, Kortison. Man empfahl mir ein Kontroll-MRT nach 3 Monaten (mein einer Herd war ungewöhnlich groß, aber ansonsten nur noch 2 kl. Stellen). Das Kontroll-MRT zeigte, dass alle 3 Stellen noch da waren, aber schwächer sichtbar und z. T. kleiner. Keine neuen Anzeichen ... Das war im Frühjahr 2013. Kontinuierliche Besserung bis heute. Beide “Schübe” waren nicht als Schub zu erkennen, sondern steigerten sich über lange Zeiträume.
Begleiterkrankungen:

Kortison

Kortison-Anwendungen:
Ja
Anzahl der Hochdosis-Anwendungen:
1
Von (Jahr):
2012
Bis (Jahr):
2012
War die Anwendung hilfreich:
Es ging mir in den zwei Urlaubswochen nach dem Kortison schlechter als vor dem Krankenhausaufenthalt.

Therapien

Teilnahme an Pharmatherapien:
Nein
Präparat 1:
Beginn der Therapie 1:
Ende der Therapie 1:
Präparat 2:
Beginn der Therapie 2:
Ende der Therapie 2:
Präparat 3:
Beginn der Therapie 3:
Ende der Therapie 3:
War die Pharmatherapie hilfreich:
Supplemente:
  • Leinöl
Sonstige/Andere:
Wenige regelmäßig, aber regelmäßig vieles weglassen. Zur Zeit kure ich mit superteurem Vitalstoffsaft, und meine Ernährung ist konsequent gesund: Diät irgendwo zwischen Wahls, Böttcher und eigenen Vorlieben.

Anmerkungen von P.T.

Ursache meiner MS:
Zuviel: Arbeit, Alkohol (Bier, Wein), Zigaretten, Stress, Sorgen. --- Zuwenig: regelmäßiges Essen, Obst, Gemüse, Schlaf, Ruhe, Zeit, Selbstachtung. --- Ich kann mir kaum noch vorstellen, wie ich das Pensum geschafft habe. Ich war im Hamsterrad, ohne Pause. Vermutlich gibt es auch eine genetische Disposition. (Sonst hätte ich vielleicht eine andere Krankheit bekommen.)
Was hilft:
Leben ändern, Ernährungsumstellung, sich Gutes tun und sich Gutes gönnen! Neugier und Spaß bei den “Gesundheits-Maßnahmen” haben, es gibt so viel zu entdecken. Sich Zeit lassen. Obwohl ich (noch) einige (unwesentliche) Symptome habe, geht es mir besser als vorher. Die Krankheit hat Änderung erzwungen. Mir hat besonders mein Trampolin (mit weicher Gummibandaufhängung) geholfen; anfangs mit ständigem Tuchkontakt wegen der Gleichgewichtsstörungen. Regelmäßig: Qi Gong und Gesangsunterricht; phasenweise oder immer wieder: Physiotherapie, Logopädie, Ergotherapie, Balance- /Bewegungsübungen und Tanzen bei alltäglichen Tätigkeiten, Meditation, Fahrrad fahren.
Was hilft nicht:
Neugier und Tipps von Ahnungslosen. Ich habe nur mit wenigen ausgewählten Freunden darüber gesprochen. Insbesondere mein Partner wurde allerdings ziemlich zugetextet. An dieser Stelle ein dickes anonymes “DANKESCHÖN” für die Geduld!
Empfehlung:
So individuell die Erkrankung ist, so individuell ist meiner Meinung nach auch die Heilung. Man wird vermutlich nicht drum herum kommen, einen eigenen Weg zu finden, und sich aus den vielen Ideen von anderen Betroffenen und aus eigenen Ideen und Wahrnehmungen hilfreiche Maßnahmen herauszupicken (die idealerweise auch noch Freude und Besserung bringen). Es hilft sehr, an die Wirksamkeit eigener Maßnahmen zu glauben und nicht den Optimismus zu verlieren. --- Der Gedanke, dass niemand – auch kein Fachmann oder keine Fachfrau und auch nicht ich selbst - den weiteren Lebensverlauf mit oder ohne MS – vorhersagen kann. Und dass diese (UN)Gewissheit auf JEDEN (auch auf jeden Gesunden) zutrifft, finde ich eigentlich beruhigend. Motto: Ändere, was du ändern kannst, und mache deinen Frieden mit den Dingen, auf die du keinen Einfluss hast ... (den Frieden finde ich übrigens viel schwerer).