Bericht von W.F.H.

21.04.2015 - 17:40

Stammdaten

Ort:
Hannover
Bundesland:
Niedersachsen
Jahrgang:
1964
Geschlecht

Erkrankung

Erstmanifestation:
2007
Jahr der Diagnose:
2007
EDSS (Tiefpunkt):
EDSS (21.04.2015):
Beschreibung des Verlaufs:
Wegen der fortwährenden Verschlechterung meines Gangbildes begab ich mich 2007 in klinische Behandlung. Die Eingangsuntersuchungen ließen Rückschlüsse auf ein neurologisches Problem zu, was durch die üblichen Untersuchungen und im MRT durch eine entsprechende Anzahl an nicht mehr aktiven Entzündungsherden bestätigt wurde. --- Ich hatte und habe bis heute keinen Schub im eigentlichen Sinn gehabt, einzig leichte Empfindungseinschränkungen.
Begleiterkrankungen:

Kortison

Kortison-Anwendungen:
Ja
Anzahl der Hochdosis-Anwendungen:
1
Von (Jahr):
2007
Bis (Jahr):
2007
War die Anwendung hilfreich:
Nein, weil es keinen aktiven Schub gab und ich wegen meinen sich stetig verschlechternden Gangbild vorstellig wurde.

Therapien

Teilnahme an Pharmatherapien:
Ja
Präparat 1:
Rebif 22
Beginn der Therapie 1:
2007
Ende der Therapie 1:
2010
Präparat 2:
Tysabri
Beginn der Therapie 2:
2010
Ende der Therapie 2:
2014
Präparat 3:
Tecfidera
Beginn der Therapie 3:
2014
Ende der Therapie 3:
2014
War die Pharmatherapie hilfreich:
Bei einer Gesamtbetrachtung der pharmakologischen Therapien ist meine Einschätzung, dass sie mir ein ganzes Stück an Lebensqualität genommen haben. Ob es sich um das unsägliche (auch mit Automaten) Selbstspritzen, die Niedergeschlagenheit nach der Tysabri-Infusion oder die allergischen Reaktionen auf Tecfidera incl. Bildung einer PML handelt, alle diese Faktoren sind für mich negativ besetzt ......
Supplemente:
  • Vitamin B-Komplex
  • Vitamin D3
  • Fischöl(kapseln)
Sonstige/Andere:

Anmerkungen von W.F.H.

Ursache meiner MS:
Durch meinen Job als Vertriebsleiter eines amerikanischen Unternehmens waren 12+ Stunden Tage die Regel, dazu kamen übermäßiger Nikotinkonsum und ungesunde Ernährung, sowie kaum Möglichkeiten der Stresskompensation.
Was hilft:
Ich habe im Oktober 2014, nach der PML unter Tecfidera, beschlossen, dass ich etwas ändern muss, da mir a.) die möglichen Medikamente ausgingen und b.) ich nach Reflektieren meiner persönlichen Situation nicht mehr medikamentös behandelt werden wollte. Ich habe folgende Verhaltensweisen geändert und bin der Meinung, dass dies die Faktoren sind, die mir ein großes Stück Lebensqualität zurückgegeben haben: 1.) vollständiger Verzicht auf Nikotin, 2.) Eingeschränkter Konsum von Raffinadezucker, 3.) verminderter Verzehr von Kohlenhydraten, 4.) Verzicht auf industriell gefertigte Nahrungsmittel (soweit möglich) 5.) Bewegung / Sport - es gibt gerade auch für MS-Patienten in Fitnessstudios ausreichend Möglichkeiten der sportlichen Betätigung, und man kann sich sogar (wie ich) ein Mountainbike so "sturzsicher" umrüsten lassen, dass man mit der Zeit verblüffende Ergebnisse erzielt), 5.) "Entstressen" der familiären Situation.
Was hilft nicht:
Verharren in bisherigen Verhaltensmustern und sich seiner persönlichen Ist-Situation unterordnen.
Empfehlung:
Meine Empfehlung ist, dass man MS-erkrankte Menschen genauso behandeln sollte wie Gesunde.